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Ratgeber

Loxone oder KNX: was passt zu deinem Haus?

Beide Systeme funktionieren. Sie haben nur unterschiedliche Stärken, und die entscheidende Frage ist nicht, welches System das bessere ist, sondern welches zu deinem Grundriss, deinem Budget und deinen Plänen für die nächsten zehn Jahre passt.

Ich bin Partner für Loxone und für KNX. Deshalb steht hier beides mit Vorteilen und Nachteilen, ohne dass ich dir eines davon verkaufen muss.

Domenik Bozic, Meister für Gebäudeautomation, Loxone- und KNX-Partner in Nittendorf bei Regensburg.

Was ist der Unterschied zwischen Loxone und KNX?

Loxone kommt von einem Hersteller und steuert zentral über einen Miniserver. KNX ist ein herstellerübergreifender Standard, bei dem die Geräte dezentral über einen Bus kommunizieren.

Bei Loxone laufen alle Fäden im Miniserver zusammen. Er kennt jeden Taster, jeden Aktor und jede Regel, und du änderst die Logik an einer einzigen Stelle.

Bei KNX trägt jedes Gerät seine Parameter selbst. Taster, Aktoren und Sensoren reden über eine gemeinsame Busleitung miteinander, auch wenn keine Zentrale dazwischen sitzt.

In der Praxis merkst du den Unterschied an drei Stellen: an der Zahl der Hersteller, die du mischen kannst, am Aufwand für die Inbetriebnahme und daran, wer die Anlage später weiterbetreuen kann.

Welches System ist günstiger?

Im Gesamtprojekt ist Loxone meist günstiger, weil weniger Programmierstunden anfallen und viel Logik schon mitgeliefert wird. KNX kostet mehr Planung.

Die Hardware liegt je nach Gewerk mal beim einen, mal beim anderen vorn. Den Unterschied macht am Ende die Arbeitszeit für Planung, Parametrierung und Inbetriebnahme.

Loxone bringt Logik für Beschattung, Einzelraumregelung und PV-Überschuss schon mit. Bei KNX baust du diese Logik entweder aus Gerätefunktionen zusammen oder ergänzt eine eigene Logikebene.

Beträge nenne ich hier bewusst nicht, weil sie ohne deinen Grundriss nichts aussagen. Die Spannen für ein Einfamilienhaus stehen im Ratgeber Was Gebäudeautomation kostet.

Welches System lässt sich leichter erweitern?

KNX bietet die größere Geräteauswahl über viele Hersteller. Loxone erweiterst du schneller, bleibst dabei aber im Produktkatalog eines einzigen Anbieters.

KNX ist ein Standard, an den sich viele Hersteller halten. Du findest für fast jede Aufgabe ein Gerät und bist an keinen Anbieter gebunden.

Loxone erweiterst du schneller, weil sich Erweiterungen am Miniserver anmelden und sofort in der bestehenden Logik auftauchen. Dafür bleibst du im Katalog eines Herstellers.

Entscheidend ist in beiden Fällen die Vorbereitung: Reserve im Verteiler, Leerrohre an den Stellen, an denen erfahrungsgemäß nachgerüstet wird, und eine Datenpunktliste, in der jeder Aktor benannt ist.

Wie abhängig machst du dich vom Integrator?

Abhängig macht dich nicht das System, sondern ein Betrieb, der Projektdatei und Passwörter für sich behält. Lass dir beides vor dem Auftrag schriftlich zusichern.

Diese Sorge lese ich in Bauherren-Foren häufiger als jede andere, und sie hat mit der Systemfrage wenig zu tun.

Abhängig wirst du, wenn nach der Inbetriebnahme niemand außer dem Installateur an die Anlage kommt. Unabhängig bleibst du, wenn dir Projektdatei, Zugangsdaten, Schaltpläne und die Dokumentation gehören.

Bei mir steht das im Angebot, unabhängig davon, für welches System wir uns entscheiden. Damit kann jeder qualifizierte Fachbetrieb weiterarbeiten, falls du irgendwann wechseln willst.

Kann man Loxone und KNX kombinieren?

Ja. KNX-Taster und Aktoren lassen sich an einen Loxone Miniserver hängen, sodass KNX die Feldebene übernimmt und Loxone Logik und Visualisierung.

Diese Kombination ist häufiger, als viele denken. KNX übernimmt die Feldebene mit Tastern, Aktoren und Sensoren, der Miniserver übernimmt Logik, Szenen und Visualisierung.

Sinnvoll ist das zum Beispiel, wenn du ein bestimmtes Schalterprogramm willst, das es nur als KNX-Gerät gibt, oder wenn eine vorhandene KNX-Anlage im Bestand weiterlaufen soll.

Wichtig ist, dass die Aufteilung vorher im Systemplan steht. Zwei Systeme, die erst auf der Baustelle zusammenfinden, kosten genau die Stunden, die du sparen wolltest.

Wann passt Loxone, wann KNX?

Für ein Einfamilienhaus mit Wärmepumpe und PV passt Loxone sehr oft. Bei Ausschreibungen, Mehrfamilienhäusern und Gewerbeobjekten ist KNX meist die bessere Wahl.

Der Grund ist nicht Technik, sondern Organisation. Wo eine Person die Anlage über Jahre betreut, spielt Loxone seine Stärken aus. Wo mehrere Betriebe über Jahre daran arbeiten oder eine Ausschreibung Herstellerneutralität verlangt, ist KNX im Vorteil.

Die folgende Übersicht fasst zusammen, worauf ich bei der Entscheidung schaue.

Loxone und KNX im Vergleich

KriteriumLoxoneKNX
AufbauZentral über einen MiniserverDezentral über eine Busleitung
HerstellerEin Hersteller, alles aus einer HandHerstellerübergreifender Standard
GeräteauswahlKatalog eines AnbietersSehr groß, viele Hersteller
PlanungsaufwandGeringer, viel Logik bereits enthaltenHöher, mehr Programmierstunden
Typisches EinsatzfeldEinfamilienhaus mit Wärmepumpe und PVAusschreibung, Mehrfamilienhaus, Gewerbe
ErweiterungSchnell im eigenen SystemFrei über viele Hersteller

Warum empfehle ich dir keins von beiden pauschal?

Ich bin Partner für Loxone und für KNX. Deshalb entscheide ich nach deinem Haus und deinem Zielbild, nicht nach Vorliebe oder Katalog.

Ich bin für beide Systeme geschult und als Partner gelistet. Damit fällt der häufigste Grund für eine Empfehlung weg: der eigene Einkaufsvorteil.

Im Erstgespräch zeige ich dir beide Wege mit ihren Nachteilen. Danach entscheidest du, und ich halte die Entscheidung im Systemplan fest, bevor das erste Kabel liegt.

In beiden Fällen bekommst du am Ende alle Zugänge und die vollständige Dokumentation. Wie die Zusammenarbeit abläuft, steht auf der Seite Gebäudeautomation fürs Eigenheim.

Häufige Fragen zu Loxone und KNX

Vier Fragen, die nach der Systementscheidung fast immer kommen.

Kabel ziehen kann jeder Elektrobetrieb. Für Parametrierung und Inbetriebnahme brauchst du jemanden mit KNX-Ausbildung und der passenden Software, meist einen Systemintegrator.

In der Praxis ist das eine gute Arbeitsteilung. Dein Elektrobetrieb vor Ort legt Leitungen, setzt Dosen und baut den Verteiler auf, die Automation kommt von jemandem, der sie jeden Tag macht.

Genau so läuft es bei mir über die Smart-Home-Planung. Du bleibst bei deinem Betrieb und hast trotzdem jemanden im Projekt, der Gebäudeautomation als Hauptberuf hat.

Dein Haus läuft weiter. Die Steuerung liegt lokal im Miniserver, kein Befehl nimmt den Umweg über eine Cloud, nur der Fernzugriff fällt aus.

Dasselbe gilt für KNX, dort läuft die Kommunikation ohnehin direkt auf dem Bus. Licht, Rollos, Heizung, Türsprechstelle und Szenen funktionieren ohne Leitung nach draußen.

Ohne Internet verlierst du den Zugriff von unterwegs, Push-Nachrichten und Onlinedaten wie die Wettervorhersage. Wenn also ein großer Cloud-Anbieter ausfällt und anderswo die Lampen streiken, merkst du davon nichts.

Ein kompletter Wechsel lohnt selten. Sinnvoller ist der Übergang: KNX-Geräte an einen Miniserver hängen oder eine Loxone-Anlage über Schnittstellen erweitern.

Entscheidend ist die Verkabelung, nicht die Logik. Wo eine saubere Busleitung und genug Reserve im Verteiler liegen, ist ein Systemwechsel Arbeit von einem Tag und keine Baustelle.

Deshalb steht die Verkabelung im Systemplan vor der Produktentscheidung. Wer zuerst Geräte kauft und danach plant, legt sich früher fest, als er denkt.

Zukunftssicher macht nicht das Logo, sondern offene Verkabelung, Reserve im Verteiler, eine gepflegte Dokumentation und die Tatsache, dass dir Projektdatei und Zugänge gehören.

KNX ist als herstellerübergreifender Standard seit Jahrzehnten am Markt, Loxone entwickelt sein System aus einer Hand weiter. Beide Wege sind tragfähig, solange die Anlage dokumentiert ist.

Das Risiko sitzt woanders: bei geschlossenen Cloud-Systemen, deren Hersteller nach ein paar Jahren den Dienst abschaltet, und bei Anlagen, deren Zugangsdaten nur der Installateur kennt. Woran du das vorher erkennst, steht im Ratgeber Guten Fachbetrieb erkennen.

Ausführlicher im Ratgeber: Was Gebäudeautomation kostet · Woran du einen guten Fachbetrieb erkennst · Gebäudeautomation in Regensburg und Umland · Gebäudeautomation fürs Eigenheim

Welches System zu dir passt, klären wir an deinem Grundriss.

Schick mir kurz dein Vorhaben. Ich rufe zurück, und wir gehen zwanzig Minuten lang durch, welche Gewerke bei dir zusammenarbeiten sollen.

Ich antworte innerhalb von 24 Stunden an Werktagen, ohne Verkaufsdruck. Ich bin Partner für beide Systeme und habe deshalb keinen Grund, dir eines davon zu verkaufen.

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  • ob Loxone oder KNX zu deinem Haus passt
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